Bericht vom 4. Windstammtisch

Themenschwerpunkt „Schattenwurf“ und “ Schallimmissionen“

 

Bei unserem ersten Windstammtisch im neuen Jahr standen die Themen Schattenwurf und Schallimmissionen im Mittelpunkt.

Für die NOW war es besonders erfreulich, zu diesem Windstammtisch auch Grundstückseigentümer begrüßen zu können, deren Höfe unweit des geplanten Windparks liegen. Anhand von Berechnungen (Programm WindPRO, Version 2.8), und dem daraus angefertigten Kartenmaterial zu Schattenwurf und Schallimmissionen stellte Oliver Tautz die Auswirkungen auf die angrenzenden Gehöfte dar.

Schattenbelastung

Die Schattenbelastung wird dadurch begrenzt, dass der Gesetzgeber eine maximale Beschattungsdauer von 30 Minuten pro Tag und insgesamt 30 Stunden pro Jahr auf einen Immissionsort erlaubt.
Ein entsprechender Lichtsensor, der die Helligkeit misst und den aktuellen Sonnenstand berücksichtigt, sorgt dafür, dass diese Werte tatsächlich eingehalten werden. Bei einer Überschreitung der Richtwerte werden die Abschaltautomatiken an den Windenergieanlagen aktiviert, um auf diese Weise die vor Ort konkrete Beschattungsdauer zu begrenzen. Anhand der angefertigten Kartenübersichten konnten die Orte aufgezeigt werden, die durch Schattenwurf betroffen sein könnten.

Schallimmissionen

dB(A) Messung am 23.01.2013 um 12.30 Uhr

dB(A) Messung am 23.01.2013 um 12.30 Uhr

Schallimmissionen sind die auf Menschen und Tiere einwirkenden Geräusche, z.B. an einem Wohngebäude nahe einer Windenergieanlage. Wenngleich Laustärke für jedermann unterschiedlich wahrnehmbar ist, so ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz  (BImSchG) die Einhaltung der Immissionsrichtwerte nach TA Lärm durch Vorlage eines Schallgutachtens nachzuweisen. Diese Richtlinien legen z. B. fest, dass die maximale Schallbelastung von 45 dB(A) in Dorfgebieten in der Nacht nicht überschritten werden darf. Um den Gästen ein Gefühl für die Lautstärke zu vermitteln, wurde der Schallpegel einer Unterhaltung bei Zimmerlautstärke mit einem Schallmessgerät ermittelt. Dieser lag während unseres Windstammtisches bei ca. 70dB(A). Die  Messung am Uhlenhorst  im Außenbereich ergab zur Mittagszeit eine Schallbelastung durch Verkehrsgeräusche der Autobahn (A7) von 61,3 dB(A). (s. Foto).
Die Geräusche einer Windenergieanlage werden in der Regel durch Hintergrundgeräusche (Rauschen von Wind, Blättern) überdeckt werden, so der einhellige Tenor der anwesenden Gäste.

Nachtbefeuerung

Eine Bürgerin erkundigte sich zudem, ob die Nachtbefeuerung künftig durch Radartechnik steuerbar wäre. Nach derzeitiger Gesetzeslage ist diese Technik in Deutschland noch nicht zugelassen, allerdings sind die ersten Testanlagen bereits in Betrieb. In Zukunft ist es daher vorstellbar, dass sich die Nachtbefeuerung nur im Bedarfsfall einschaltet. Neben technischen und finanziellen Aspekten sind dabei auch militärische Sicherheitsaspekte zu klären.

Der nächste Windstammtisch wird voraussichtlich im März stattfinden. Die Einladung mit Leitthema und Termin wird rechtzeitig mitgeteilt.

Bis dahin ist jeder Bürger herzlich dazu eingeladen, im Uhlenhorst  einen Blick auf die Karten zu werfen und das Schallmessgerät zu testen. Natürlichen können darüber hinaus auch weitere Fragen rund um den Windpark Ohe im persönlichen Gespräch geklärt werden.